E-Commerce-Studie zeigt Nachholbedarf bei deutschen Onlineshops

Der heute von Sage Pay veröffentlichte E-Commerce-Benchmark-Report zeigt, dass bei deutschen Onlineshops noch deutliche Mängel bestehen. Der Anbieter für elektronische Zahlungslösungen hat sich sehr lange mit dem deutschen Onlinehandel beschäftigt und nun erstmals eine umfassende Studie zur deutschen E-Commerce-Landschaft herausgebracht. Ähnliche Studien wurden auch für den englischen und den spanischen Markt durchgeführt.

Verheerend: 60 % der Onlinehändler wissen nicht, wo ihre Kunden abbrechen
Verheerend: 60 % der Onlinehändler wissen nicht, wo ihre Kunden abbrechen (Quelle: Sage Pay)

Die erhobenen Daten und daraus gezogenen Schlussfolgerungen des Reports zeigen ein verheerendes Bild, bei dem ich als Online-Marketer eigentlich nur den Kopf schütteln kann. Um die Kernaussagen kurz zusammenzufassen:

  • 46 % der Onlinekäufe werden auf den Bezahlseiten abgebrochen,
  • 60 % der Onlinehändler wissen nicht, wo ihre Kunden im Bezahlprozess abspringen,
  • 52 % der Onlinehändler hatten bereits finanzielle Verluste durch Onlinebetrug,
  • fast jeder vierte Onlinehändler erfüllt nicht die vorgeschriebenen Datensicherheitsstandards.
Sicherheitsmängel: 52 % der Onlinehändler hatten Probleme mit Onlinebetrug
Sicherheitsmängel: 52 % der Onlinehändler hatten Probleme mit Onlinebetrug (Quelle: Sage Pay)

Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, sehe ich da auf jeden Fall jede Menge Verbesserungsbedarf und auch -potential. Für einen Onlinehändler kann es tödlich sein, nicht zu wissen, wo er im Buchungsverlauf die größten Hürden hat. Immerhin hat sich der Kunde an diesem Punkt ja schon entschieden, das gewünschte Produkt zu kaufen. Wenn er dann noch durch irgendetwas vom Kauf abgehalten wird, geht bares Geld verloren.

Google Analytics und viele andere Web-Analyse-Tools bieten mittlerweile umfangreiche und vor allem kostenlose Zieltrichter- und Zielflussanalysen, die genau hierfür gemacht sind. KISSmetrics bietet eine ganz nette Anleitung, wie man diese Analysen aufsetzt, aber auch anderswo finden sich hilfreiche Tipps dazu. Wer diese Optionen nicht nutzt, ist letztendlich selbst schuld.

Was Sage Pays Benchmark Report angeht, ist es auf der anderen Seite aber auch wieder interessant zu sehen, dass ein großer Teil der Onlinehändler schon den mobilen Markt für sich entdeckt hat. Dass viele der Transaktionen schon über mobile Browser kommen, ist in Zeiten von Tablet-PCs keine Überraschung mehr, aber bereits 26 % der Händler haben offensichtlich sogar schon eine eigene App.

Onlinehändler machen sich bereit für mobile Endgeräte
Onlinehändler machen sich bereit für mobile Endgeräte (Quelle: Sage Pay)

Die gesamte Studie gibt es unter http://www.sagepay.de/benchmark kostenlos als PDF zum Download.

In Anbetracht der doch überraschenden Sicherheitsmängel bei vielen Shops bin ich gespannt, wie sich Googles Ankündigung einer Herabwertung für minderwertige Shops im Herbst diesen Jahres auswirken wird. Details dazu sind bisher noch unbekannt, aber es wird schon viel gemutmaßt. Was glaubt ihr, wie groß die Auswirkungen sein werden?

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