Wen interessieren Rankingfaktoren wirklich?

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Suche nach dem Hl. Gral, (c) jaqian @flickr

Rankingfaktoren sind im SEO seit Jahren eines der am stärksten diskutierten Geheimnisse. Einfach ausgedrückt, bezeichnen sie die Variablen, die Suchmaschinen verwenden, um den Wert und damit die Position einer Seite in den Suchmaschinen zu berechnen. Google verwendet hierfür nach eigener Aussage ca. 200 Indikatoren. Für viele SEOler sind Rankingfaktoren deshalb der Heilige Gral. Sie alle zu kennen, hieße, den Algorithmus der Suchmaschinen zu entschlüsseln und damit das Ranking einer Seite ganz gezielt definieren zu können.

Leider ist der Heilige Gral ein sehr guter Vergleich. Denn wie mit der sagenumwobenen Suche nach ihm ist auch die Entschlüsselung von Googles Rankingfaktoren eine regelrechte Sisyphusarbeit. Google selbst führt am laufenden Band Änderungen seines Algorithmusses durch, passt die Gewichtung einzelner Faktoren an, nimmt neue hinzu und entfernt alte. Nach Googles Aussagen sind dies ca. 500-600 Änderungen jährlich. Gleichzeitig laufen in der Suchmaschine rund um die Uhr zahlreiche Experimente, die potentielle neue Änderungen live austesten. Es kann also kein Nutzer sicher sein, mit welcher Faktorengewichtung seine Suchergebnisse gerade berechnet werden.

Google selbst spricht seit einiger Zeit übrigens nicht mehr von Rankingfaktoren, sondern von Signalen und hat damit die namentliche Verknüpfung zu den Suchmaschinenrankings aus der Bezeichnung entfernt. Allein das ist schon ein Zeichen, dass die ganze Angelegenheit nicht so einfach ist, wie viele es sich immer wieder vorstellen.

In Anbetracht dieser Fakten ist es immer wieder schön zu sehen, dass doch Versuche unternommen werden, die sog. Rankingfaktoren in der Google-Suche zu entschlüsseln. So hat Searchmetrics gestern seine aktuelle Korrelationsauswertung zu den Rankingfaktoren 2013 veröffentlicht:

Searchmetrics Rankingfaktoren 2013, (c) Searchmetrics
Searchmetrics Rankingfaktoren 2013, (c) Searchmetrics

Schauen wir uns mal deren Schlussfolgerung daraus an:

  1. Keyword-Links und -Domains haben an Relevanz verloren
  2. Brands bilden die Ausnahme von vielen Regeln
  3. Social Signals korrelieren weiterhin sehr gut mit besseren Rankings
  4. Guter Content wird immer wichtiger: es kommt auf Qualität an
  5. Die Anzahl von Backlinks bleibt weiterhin immens wichtig
  6. Onpage-Technik gehört weiterhin zu den Basics

Was ich mich dabei frage: Warum ist für diese Aussagen eine Korrelationsanalyse notwendig und wo sind hier die versprochenen “Rankingfaktoren”? Zusammengefasst heißt das nämlich nichts anderes, als dass Unternehmen, die sich Gedanken um ihren Onlineauftritt machen und sich mit einer durchdachten Marketing- und Kommunikationsstrategie um ihre Onlinekunden bemühen, eine deutlich bessere Sichtbarkeit in den Suchmaschinenergebnissen haben. Klingt logisch, oder?

Aber müssen wir bei der Optimierung deshalb gezielt eine Liste von Faktoren abarbeiten und daran herumschrauben? Nur weil ein gutes Ranking statistisch mit einem Faktor wie einer hohen Anzahl an Backlinks korreliert, heißt das nicht, dass die vielen Backlinks die Ursache für dieses Ranking sind. Nicht ein Faktor allein entscheidet über das Ergebnis der Gleichung. Bei ca. 200 Variablen in Googles Algorithmus bedingen sich alle Faktoren gegenseitig und ergeben nur in ihrem Zusammenspiel ein passendes Gesamtbild.

2 Gedanken zu „Wen interessieren Rankingfaktoren wirklich?“

  1. Ich bin auch der Meinung, dass Firmen sich lieber darauf konzentrieren sollten Wert zu geben, anstatt irgendwelchen Signalen bzw. Rankingfaktoren nachzujagen. Aber ich verstehe auch, wieso viele diese Herangehensweise für sinnvoll halten: Es hat eben lang genug funktioniert. Vor dem Penguin konnte man sich bezüglich Links so ziemlich alles leisten und das auch über längere Zeit.

    Wer wirklich Inhalte (in welcher Form auch immer) erstellt, die die User sehen wollen, der wird ohnehin langfristig gewinnen.

    Trotzdem ein wenig wird man immer auf die Faktoren schauen müssen, auch wenn es vielleicht nur Onpage ist.

  2. Danke, dass ich nicht allein dieser Meinung bin. 🙂 Natürlich stecken hinter den Faktoren auch Anpassungen, die tatsächlich Einfluss auf das Ranking haben können. Man sollte eben nur nicht davon ausgehen, dass allein eine kleine Veränderung an einem der stärksten Faktoren Wunder bewirken kann.

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